Ratgeber
Katastrophenvorsorge für Immobilieneigentümer
Ein Keller unter Wasser, ein Stromausfall im Winter oder ein beschädigtes Dach: In einer Notlage geht es für Immobilieneigentümer um die Sicherheit der Bewohner und um den Schutz eines häufig bedeutenden Vermögenswerts. Wer die Schwachstellen seines Hauses kennt und Abläufe vorbereitet, kann im Ernstfall schneller handeln.
immo.info hat dafür einen illustrierten Ratgeber zusammengestellt. Er verbindet die persönliche Krisenvorsorge mit Fragen des Gebäudeschutzes und enthält einen Hauscheck, ein Notfallblatt sowie einen Maßnahmenplan zum Ausfüllen. Der Ratgeber richtet sich an Eigentümer selbst genutzter und vermieteter Häuser sowie an Wohnungseigentümer.
Warum ein Vorrat allein nicht genügt
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Wer zunächst für drei Tage vorsorgt, schafft bereits eine hilfreiche Grundlage. Für Immobilieneigentümer kommt eine weitere Aufgabe hinzu: Sie sollten wissen, wie ihr Gebäude auf Wasser, Sturm oder einen Ausfall der Versorgung reagiert.
Eine Hebeanlage braucht Strom. Elektrische Tore lassen sich möglicherweise nur mit einer vorbereiteten manuellen Entriegelung öffnen. Heizung und Warmwasser können auch dann ausfallen, wenn Gas oder Brennstoff vorhanden sind. Solche Abhängigkeiten erkennt man am besten bei einem ruhigen Hausrundgang und im Gespräch mit den zuständigen Fachbetrieben.
Starkregen kann auch Häuser ohne Flussnähe treffen

Bei Starkregen kann Wasser über abgesenkte Zufahrten, Kellerabgänge und Lichtschächte ins Haus gelangen. Zusätzlich kann ein überlasteter Kanal Abwasser zurückdrücken. Deshalb lohnt sich ein Blick auf örtliche Gefahrenkarten und auf die konkreten Wasserwege am Grundstück.
Rückstauschutz, Entwässerung und mögliche Barrieren sollten zum Gebäude passen. Eine Lösung für den Nachbarn ist nicht automatisch die richtige Lösung für das eigene Haus. Ein Fachbetrieb kann beurteilen, ob beispielsweise eine Hebeanlage oder ein Rückstauverschluss geeignet ist und welche Wartung erforderlich ist.
Bei beginnender Überflutung dürfen Keller und Tiefgaragen nicht mehr betreten werden. Wer noch ein Auto oder wertvolle Gegenstände retten möchte, kann sich in Lebensgefahr bringen. Auch nach dem Ereignis ist Vorsicht nötig: Bei hohem Grundwasserstand kann vorschnelles Abpumpen das Gebäude schädigen.
Photovoltaik ersetzt nicht automatisch das Stromnetz

Eine Solaranlage mit Batteriespeicher vermittelt vielen Eigentümern ein Gefühl von Unabhängigkeit. Bei einem Stromausfall versorgt sie das Haus aber nicht zwangsläufig weiter . Normale netzgekoppelte Anlagen schalten dann ab. Für eine Ersatzstromversorgung müssen Anlage, Umschaltung und versorgte Stromkreise entsprechend ausgelegt sein.
Eigentümer sollten vorab klären, was ihre vorhandene Technik tatsächlich leisten kann. Ebenso wichtig sind einfache Hilfen wie LED-Leuchten, ein Radio mit unabhängiger Stromversorgung und geladene Powerbanks. Grills und Generatoren gehören niemals in Haus, Keller oder Garage. Eine improvisierte Einspeisung ins Hausnetz ist gefährlich.
Versicherungsschutz vor dem Schaden prüfen
Eine Wohngebäudeversicherung umfasst nicht automatisch Schäden durch Überschwemmung oder Rückstau. Dafür ist regelmäßig eine zusätzliche Elementarschadendeckung erforderlich. Wer auch Möbel und andere bewegliche Gegenstände absichern möchte, muss den entsprechenden Baustein der Hausratversicherung prüfen.
Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen: Welche Gefahren sind versichert? Welche Ausschlüsse und Selbstbehalte gelten? Welche Wartungs- oder Schutzpflichten bestehen? Eine schriftliche Klärung mit dem Versicherer hilft, den eigenen Schutz realistisch einzuschätzen.
Policen, Wartungsbelege und Fotos des Gebäudezustands sollten sicher abgelegt sein. Im Schadenfall stehen die Sicherheit der Menschen, eine nachvollziehbare Dokumentation und die unverzügliche Meldung an den Versicherer im Vordergrund.
In Mehrfamilienhäusern ist Vorsorge eine gemeinsame Aufgabe

Dach, Entwässerung und viele technische Anlagen gehören zum gemeinschaftlichen Bereich. Wohnungseigentümer sollten deshalb mit der Hausverwaltung klären, welche Prüfungen bereits stattfinden und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind . Ein Vorschlag für die Eigentümerversammlung kann Zuständigkeiten, Kosten und Wartung zusammenführen.
Bei vermieteten Häusern helfen verständliche Informationen für die Bewohner. Notfallkontakte und sichere Abläufe sollten auch dann verfügbar sein, wenn das Mobilfunknetz ausfällt. Unterstützungsbedarf lässt sich freiwillig und datensparsam abstimmen.
Den kostenlosen Ratgeber herunterladen
Unser PDF „Katastrophenvorsorge für Immobilieneigentümer“ führt Schritt für Schritt durch die Vorbereitung. Es behandelt Starkregen und Hochwasser, Strom- und Heizungsausfall, Sturm, Hitze und Brand. Hinzu kommen Hinweise zu Vorräten, Versicherungsschutz und zur Organisation in Mehrfamilienhäusern.
Die 14 Seiten enthalten eigene schematische Illustrationen und drei Arbeitshilfen zum Ausdrucken: ein persönliches Notfallblatt, einen Hauscheck und einen Maßnahmenplan. So können Sie mit Ihrem Haushalt oder Ihrer Hausverwaltung konkrete Aufgaben festhalten.
Laden Sie den Ratgeber herunter und beginnen Sie mit einem Hausrundgang. Schon eine geklärte Zuständigkeit oder eine behobene Schwachstelle kann Ihre Vorbereitung verbessern.
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